Woche 8 – Hausparty, Meisterschaften abgesagt, Oktoberfest in Windhoek, Linksverkehr

Hallo ihr Lieben,

am Donnerstag hatten wir aufgrund eines Elterntreffens früher Schule aus. Danach sind ca. 15 Jungs und Mädels aus unserem Fußballtraining mit zu Colin und mir nach Hause gelaufen. Dort haben wir zusammen gekocht und gegessen, ein bisschen aufgeräumt und es wurde viel getanzt. Das war richtig schön!

Eigentlich hätten dieses Wochenende die National Championships, also die Nationalen Meisterschaften U15 im Fußball stattfinden sollen. Wie schon mal erwähnt, wurden aus meinem Training 5 Mädels ausgewählt, um zusammen mit 11 anderen 12-15 Jährigen unsere Region (Ohangwena) in Windhoek zu vertreten. Seit über 4 Wochen haben sie dafür fast jeden Tag unter der Woche trainiert, hatten sogar 2 Trainingswochenenden zum Teambuildung und die ganze Zeit wurde nur noch von dem anstehenden Wettbewerb geredet. Die Mädels waren wirklich aufgeregt, und ich auch!

Am Freitag sollte es ganz in der Früh losgehen, am Samstag wären die Spiele gewesen und am Sonntag hätten wir uns wieder zurück in den Norden nach Eenhana begeben. Hörte sich nach einem guten Plan an. Doch am Mittwochabend, 2 Tage bevor es losgehen sollte, haben wir die Nachricht „Championships are canceled, moved to 2019“ („Meisterschaften wurden abgesagt, auf 2019 verschoben) erhalten. Anscheinend fehlte bei einigen Teams Geld für den Transport und somit hätten nicht alle Mannschaften anreisen können. Das ist wirklich so schade und traurig, und ihr könnt euch denken, dass meine Mädels am nächsten Tag, als ich ihnen davon erzählt habe, alles andere als begeistert waren. Leider kann man daran nichts ändern, das einzig Gute ist, dass die 5 alle noch jung genug (12,13 und 14 Jahre alt) für eine Teilnahme im nächsten Jahr sind.

Colin und ich sind zusammen mit den anderen Norden-Freiwilligen trotzdem für das Wochenende in die Hauptstadt gefahren, da dort 2 Tage lang ein Oktoberfest war. Irgendwie total verrückt, wie „deutsch“ es dort zuging. Die Band hat die ganze Zeit Wasenlieder (Schlager & Klassiker) gespielt und es gab viel Bier zu trinken. Auf der Speisekarte standen „Oktoberfestküchle, Kartoffelsalat, Krautsalat, Schnitzelbrötchen, Brezel, Bratwurst“ und vieles mehr. Da hat man sich wirklich fast wie in Stuttgart im Zelt auf dem Wasen gefühlt.

Was ich erstaunlich fand, dass auf dem Fest ungefähr 95% weiße Menschen waren. Hier oben in Eenhana sind wir nämlich die Einzigen. Im Laufe des Abends habe ich mich mit ein paar Nam-Deutschen unterhalten, deren Familien seit vielen Jahren hier in Namibia sind. Namibia ist ja von 1884-1915 eine deutsche Kolonie gewesen, das merkt man manchmal wirklich. Seien es Menschen, die perfektes Deutsch sprechen, ohne jemals in Deutschland gewesen zu sein. Oder Städte (zum Beispiel Swakopmund), in denen Straßenschilder, Geschäfte usw. deutsche Namen haben. Davon werde ich aber nochmal mehr berichten, wenn wir dort Weihnachten feiern. Ganz lustig ist auch, dass man sogar hier im Norden Wurst von der „Schlachterei Windhoek“, oder Nudeln, auf denen die Kochanleitung auf Deutsch steht, kaufen kann. Am Anfang ist uns bei uns in Eenhana ein Mann entgegen gelaufen, der uns mit „Hallo, wie geht’s“ begrüßt hat (wirklich eine Seltenheit). Als wir uns ein bisschen mit ihm unterhalten haben, hat sich herausgestellt, dass er das alles nur in der Schule gelernt hat.

Wie gesagt, das mit dem Deutsch hier oben kommt eigentlich nie vor, wir unterhalten uns mit allen auf Englisch. Nur bei den Kids von der Vorschule ist das manchmal noch ein bisschen schwierig. Sie verstehen oft nicht das, was wir verlangen. Deshalb war anfangs manchmal noch eine Lehrerin beim Sportunterricht dabei, die das, was wir gesagt haben, in Oshiwambo übersetzt hat. Ich lerne übrigens fast täglich von den Kindern etwas Neues in dieser Sprache. Das macht umso mehr Spaß, weil man immer mal wieder einzelne Wortfetzen bei Gesprächen verstehen kann.

Für die Fahrt nach Windhoek und zurück haben wir Norden-Freiwilligen uns ein Auto gemietet, weil wir dadurch viel flexibler gewesen sind. Wir konnten dann Pause machen, wann wir wollten und unsere Musik hören . Für die, die es nicht wussten: In Namibia fährt man auf der linken Seite. Das war anfangs wirklich sehr ungewohnt für mich. Ganz wichtig ist, dass man beim Überqueren der Straße zuerst nach rechts und dann nach links schaut, und nicht umgekehrt. Auch das Schalten beim Autofahren mit der linken Hand war erst ungewohnt, daran habe ich mich aber schnell gewöhnt. Was echt lustig ist: Früher sah es für mich immer verdreht aus, wenn das Lenkrad auf der rechten Seite ist, und jetzt sieht es für mich echt seltsam aus, wenn der Fahrer (in Filmen) auf der linken Seite einsteigt.

Am Samstagmorgen waren wir richtig lecker frühstücken.

Danach haben noch kurz bei dem Fußballspiel von Franzi, einer Mitfreiwilligen aus Windhoek, vorbei geschaut. Um den Kunstrasen beneide ich sie ein bisschen, denn bei uns spielen wir immer nur auf Sand.

Nächstes Wochenende und die gesamte nächste Woche sind wir schon wieder in Windhoek, da wir dort unser Zwischenseminar mit allen ASC-Freiwilligen haben. Das wird bestimmt total schön, alle wieder zu sehen.

So, das wars wieder mal von mir.

Bis bald

Maike♥

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